Was tun gegen das Insektensterben? Die Q1 hat eine wilde Wiese geschaffen.

Seit geraumer Zeit stellt man z.B. auf der Fahrt in den Sommerurlaub fest, dass die Windschutzscheibe des Fahrzeugs relativ sauber bleibt. Vor wenigen Jahren sah dies ganz anders aus. So musste man nach kurzer Zeit bereits die Windschutzscheibe von toten Insekten reinigen. Dieser angenehme Effekt regt aber auch zum Nachdenken an. Warum ist das so? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Q1 in der Projektwoche.

Die Ursachen und Auswirkungen sind vielschichtig (siehe auch Mindmap), fest steht aber, dass der Lebensraum vieler Insekten mehr und mehr verloren geht. Immer mehr Flächen werden auch in Dülken bebaut. Viele Menschen legen sich an ihrem Haus Steingärten an, dort finden Insekten kaum eine Lebensgrundlage. Für diese Problematik ist die Gesellschaft noch nicht genug sensibilisiert. In der Öffentlichkeit hat man viel vom „Bienensterben“ mitbekommen und die Konsequenzen sind landläufig bekannt. Neben den Honigbienen benötigen etliche Pflanzen zur Bestäubung aber auch die verschiedenen Wildbienen und andere Insekten. Zudem stellen viele Insekten eine wichtige Grundlage in den Nahrungsbeziehungen verschiedener Tiere dar.

Nach fünf Wochen nimmt die Wildwiese „Formen“ an.

Gegen diese Entwicklung muss etwas getan werden. Hier setzt unser Projekt „Anlegen einer Wildblumenwiese“ an (siehe Galerie unten). Das Areal musste zuerst vorbereitet werden, das fast ein Meter hoch stehende Gras und diverse Sträucher mussten gemäht werden. Diese Aufgabe übernahm die Stadt einige Tage vor der Projektwoche. Durch die hohen Temperaturen sowie die lang anhaltende Trockenheit war der Boden „steinhart“. Mit dem Spaten drang man so gut wie gar nicht in den Boden ein. Deshalb kam schweres Gerät in Form einer leistungsstarken Gartenfräse zum Einsatz. Trotz der maschinellen Hilfe war das Auflockern des Bodens eine sehr anstrengende Angelegenheit. Dank vieler junger Männer gelang es aber nach einem Tag.

Die Schüler mussten wirklich alles geben.

Am zweiten Tag galt es möglichst viel Wurzelwerk zu entfernen und noch tiefer in den Boden einzudringen. Anschließend erfolgte die Bewässerung des Bodens. Am dritten Tag wurden die Samen eingearbeitet und wieder bewässert. Am Ende des dritten Tages sah man nur eine matschige, braune Fläche. Kein Grün, keine blühenden Pflanzen. Da es auch über die Sommerferien hinweg sehr heiß und trocken war, musste regelmäßig gewässert werden. Nach drei Wochen sah das Ergebnis bereits ganz schön aus. Viele Samen waren aufgegangen, einige Samen fielen aber wohl den Vögeln zum Opfer. Nach knapp sechs Wochen und wenigen Tagen vor Beginn des neuen Schuljahres zeigte sich eine grüne geschlossene Fläche mit einigen bunten „Farbtupfern“. Zur vollen Entfaltung braucht es noch zwei bis drei Wochen. Leben in Form von verschiedenen Insekten wie Hummeln, Bienen und Schmetterlingen lässt sich schon beobachten. Einen herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Text und Bilder: Tischler