| Unterstufe

70 Landratten kapern eine Insel

Vom 09.03 bis zum 13.03.2026 war die Jahrgangsstufe 5 des Clara wieder auf der Nordseeinsel Norderney zu Gast. Morgens ging es in Viersen am Bahnhof los auf die lange Zugfahrt Richtung Nordsee.

Nachdem wir mit dem Zug und viel Gepäck im Schlepptau in Norddeich/Mole angekommen waren, konnten wir bei der Überfahrt mit der Fähre nach Norderney zum ersten Mal die  frische Meeresbrise schnuppern.

Anschließend ging es in einer kurzen Busfahrt zum direkt an den Dünen gelegenen Haus Detmold und bezogen unsere Zimmer – einschließlich der Betten. Diese Herausforderung bestanden die meisten ohne Probleme. Nun stand das erste Highlight auf dem Programm: wir erkundeten nach dem Abendessen im Rahmen einer Nachtwanderung, ausgestattet mit Taschenlampen und Leuchtbändern, das erste Mal die Insel. 

Am nächsten Morgen ging es dann bei strahlendem Sonnenschein und mildem Wetter direkt weiter mit der geführten Wattwanderung.Die sympathischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nationalparks Wattenmeer brachten uns die im Wattboden verborgenen Geheimnisse seiner Bewohner auf interessante Weise näher und auch die Kulinarik kam bei einer freiwilligen Seetangverkostung nicht zu kurz. Manche kamen dem Wattboden dabei näher, als ihnen lieb war und auch in diesem Jahr kam die Forke der Wattführerinnen wieder zum Einsatz, um mit den Füßen feststeckende Personen aus dem Watt auszugraben.

Nach einer Pause in der Jugendherberge verbrachten wir den Nachmittag bei bester Laune mit Spielen, Muscheln sammeln und Picknicken am Strand, bevor als Abendprogramm mit dem „lebendigen Brettspiel“ ein erster Teamwettbewerb anstand.

Am Mittwoch konnten wir dann „endlich“ authentisch-friesisches Schietwetter erleben. Daher ging es zunächst zum In- und Outoorspielplatz „Kap Hoorn“. Die meisten waren froh, ein trockenes Plätzchen zum Toben gefunden zu haben, doch manche wagten sich auch nach draußen auf die Spielgeräte. Insgesamt tat der Nieselregen der Stimmung aber keinen Abbruch. 

Wieder in der Jugendherberge angekommen, stand erst einmal Aufwärmen und Ausruhen auf dem Programm, bevor wir nachmittags noch einmal zum Ortskern von Norderney wanderten und die Schülerinnen und Schüler in Vierergruppen Zeit zur freien Verfügung hatten, um sich das Örtchen anzuschauen. Seeluft macht offenbar hungrig: Nach dem Abendessen, (das bei vielen Schülerinnen und Schülern den vertilgten Portinen zufolge sehr gut ankam) folgte ein Spieleabend.

Nach bereits zwei vollen Tagen auf Norderney wuchs allerdings auch das Heimweh bei vielen Fünftklässlerinnen und Fünftklässlern. Für viele von ihnen war es die erste große Reise ohne ihre Eltern. Zum Renner wurde daher das alte Handy, über das die Kinder während der Freizeit zu Hause anrufen durften, denn digitale Geräte wie Smartphones oder mMP3-Player waren während der Norderneyfahrt nicht erlaubt.

Mit zusätzlicher Unterstützung durch die Klassengemeinschaft, aber auch die Lehrerinnen und Lehrer ließ sich das Heimweh auf diese Weise schon ein wenig leichter aushalten. 

Am Donnerstag war der Regen vorübergezogen. So ging es am frühen Vormittag in von den Schülern selbst gewählten Teams auf die traditionelle Norderney-Rallye, um die Geheimnisse der Insel zu lüften. Die Fragen waren knifflig und meist nur mit Hilfe der „Eingeborenen“ zu lösen, weshalb die Kinder sich ein Herz fassen und und bei den Einwohnern nachfragen mussten. Das klappte super, denn „hier waren alle total nett zu uns“.

Am Nachmittag stand der „Strandgeister-Wettbewerb“ auf dem Programm. Dabei sollten nicht nur kreative Wesen aus Strandgut entstehen, sondern auch eine spannende Geschichte dazu erfunden und vorgetragen sowie Plastik eingesammelt werden. Glücklicherweise war der Strandabschnitt sehr sauber, so dass wir so gut wie keinen Müll, dafür aber viele Muscheln, Schnecken, Pflanzen und Holzstücke zum Bauen fanden.Der auffrischende Wind am Nachmittag wurden zu einer Herausforderung beim Bauen und auch die Aufgabenzettel flatterten mehrfach davon und mussten aus „Seenot“ gerettet werden. 

Am Abschlussabend forderten die Lehrer und Lehrer ihre Schützlinge in fünf Disziplinen, die Köpfchen, Koordination, Teamwork und Schnelligkeit erforderten, zum „Schlag den Lehrer“ heraus, mussten sich aber letztlich allen Bemühungen zum Trotz geschlagen geben.

Außerdem wurden die Siegerteams in den Kategorien „kreativste Zimmergestaltung“, „Lebendiges Brettspiel“, „bester Strandgeist“ und natürlich der Norderney-Rallye geehrt und heimsten tolle Norderney-Souvenirs als Ehrenpreise ein.

Der Heimreise sahen dann viele mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Am Freitag Vormittag wurde es noch einmal spannend, da die Fähre bei Wind und Wetter ordentlich schaukelte. Dennoch wagte sich ein Teil der Schüler aufs Deck, hielt sich gut fest und trotzte unerschrocken den Elementen.

Endlich im Zug nach Duisburg angekommen, verlief die Fahrt dann ruhig und entspannt. Es wurde geschlafen, gespielt, die letzten Vorräte geplündert und manchmal auch das „Gute Laune Lied“ gesungen und getanzt.

Als wir dann gegen Abend mit etwas Verspätung am Bahnhof Viersen eintrafen, war die Freude riesengroß.

Die Woche auf Norderney war ereignisreich und spannend, aber auch herausfordernd für die jungen Weltenbummler. Viele Schülerinnen und Schüler sind daran gewachsen, haben neue Freunde gefunden, gemeinsam Probleme gelöst und haben als Team zusammengefunden.


Bericht und Fotos: Silke Lamby