Das Fach Kunst in der Oberstufe

Im Fach Kunst werden in der EF Grundkurse und in der Qualifikationsphase meist ebenfalls nur Grundkurse und keine Leistungskurse angeboten. Dies liegt daran, dass das Fach Kunst im Abitur an das Fach Mathe gekoppelt ist, d.h. wer Kunst als Abiturfach wählen möchte, ob nun als LK oder GK, muss automatisch auch Mathe als weiteres Abiturfach akzeptieren. Dies schreckt viele ab und aus diesem Grunde sind die Zahlen an Schülern, die Kunst als Leistungskurs wählen möchten, meist zu gering. Es gibt allerdings immer wieder Schülerinnen und Schüler, die Kunst als drittes oder viertes Abiturfach wählen.

Generell werden in der Oberstufe zwei Stunden Kunst pro Woche erteilt.

Der Unterricht beschäftigt sich sowohl mit der theoretischen, als auch praktischen Auseinandersetzung mit ausgewählten Kunstwerken, Künstlern und Künstlerinnen, Kunst-epochen, Kunststilen und verschiedenen Techniken und Materialien.

Die Themen in der EF wechseln alle paar Jahre. Momentan werden u.a. Themen wie „Die inszenierte Fotografie als Mittel der Adressatenlenkung“, „Das Stillleben im Wandel der Zeit“ oder „Die plastische Form im Raum – Grundlagen der plastischen Gestaltung von der Antike bis in die Moderne“ angeboten.

Die Themen in der Qualifikationsphase werden, wie alle Zentralabiturthemen, vom Land vorgegeben.

Für den Abiturjahrgang 2022 lauten die Themen für den Grundkurs wie folgt:

Künstlerisch gestaltete Phänomene als Konstruktion von Wirklichkeit in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten:

− im malerischen und grafischen Werk (1790 – 1825) von Francisco de Goya

− in den fotografischen Werken von Thomas Struth

Künstlerische Verfahren und Strategien der Bildentstehung in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten:

− in aleatorischen sowie zwei- und dreidimensionalen kombinatorischen Verfahren bei Max Ernst und in kombinatorischen Verfahren bei Hannah Höch

− als Konstruktion von Erinnerung in den Installationen und Objekten von Louise Bourgeois

Die Themen für den Leistungskurs sind ähnlich, werden jedoch um einige Aspekte erweitert.

Sie lauten wie folgt:

Künstlerisch gestaltete Phänomene als Konstruktion von Wirklichkeit in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten:

− im malerischen und grafischen Werk ( 1790 – 1825) von Francisco de Goya

− in den fotografischen Werken von Thomas Struth

− im malerischen und grafischen Werk von Edvard Munch

Künstlerische Verfahren und Strategien der Bildentstehung in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten:

− in aleatorischen sowie zwei- und dreidimensionalen kombinatorischen Verfahren bei Max Ernst und in kombinatorischen Verfahren bei Hannah Höch

− als Konstruktion von Erinnerung in den Installationen und Objekten von Louise Bourgeois

Wer Kunst als Abiturfach oder in der EF schriftlich wählt, schreibt, wie in jedem anderen Abiturfach auch, Klausuren. Allerdings unterscheiden sich einige der in Kunst verwendeten Klausurformate von denen in anderen Fächern.

Im Fach Kunst gibt es drei Klausurformate:

1) Die Gestaltung von Bildern mit schriftlichen Erläuterungen (=Praktische Kunstklausur; 60 Minuten länger, als die Theorieklausur) (Aufgabenart I). Die Klausurlänge beträgt in der Q1 bei diesem Klausurformat 195 Minuten und in der Q2 240 Minuten.

2) Die schriftliche Analyse/Interpretation von Bildern (Analyse von einzelnen Kunstwerken oder die vergleichende Analyse von zwei (selten auch mehr) Kunstwerken = Theorieklausur) (Aufgabenart II/III). Die Klausurlänge beträgt in der Q1 bei diesem Klausurformat 135 Minuten und in der Q2 180 Minuten.

3) Die praktische Hausarbeit (Gestaltung von Bildern mit schriftlicher Erläuterung), die in einem Zeitraum von 4 Wochen in Heimarbeit erstellt wird. (Kann nur in der Q1 durchgeführt werden, wenn keine/r der Schüler/innen, der/die Kunst als Abiturfach gewählt hat, die Facharbeit im Fach Kunst ablegt.)

In der EF wird jeweils eine Klausur pro Halbjahr geschrieben, in der Qualifikationsphase sind es jedoch jeweils zwei Klausuren pro Halbjahr. Meist werden abwechselnd theoretische oder praktische Klausuren geschrieben.

Bei denjenigen, die Kunst als Abiturfach und damit als schriftliches Fach wählen, beruhen 50% der Abschlussnote auf den Klausurnoten und 50% auf der Sonstigen Mitarbeit, in die nicht nur die Mitarbeit in Praxis- und Theoriephasen, sondern auch die praktischen Gestaltungen, die Beurteilung der Skizzenbücher, Arbeitsblätter, Präsentationen, eventuell auch Referate, Tests und Essays einfließen. Diese Verteilung ist in der EF genauso.

Bei Schülerinnen und Schülern, die Kunst nur mündlich und nicht als Abiturfach wählen, speisen sich 50% der Gesamtnote aus den praktischen Gestaltungen und 50% aus der Sonstigen Mitarbeit, in die nicht nur die Mitarbeit in Praxis- und Theoriephasen, sondern auch die Beurteilung der Skizzenbücher, Arbeitsblätter, Präsentationen, eventuell auch Referate, Tests und Essays einfließen.

Generell bietet das Fach Kunst, selbst im Rahmen der Vorgaben, viele Möglichkeiten sich kreativ zu entfalten, Bilder besser kennen- und analysieren zu lernen, was in der heutigen Zeit der Bildüberflutung durchaus von Vorteil sein kann, und ebenfalls Möglichkeiten neue künstlerische Techniken und Materialien zu erproben.

Wer sich für Kunst interessiert, gerne kreativ arbeitet und später vielleicht einen Beruf im künstlerischen oder kreativen Bereich ergreifen möchte, ist im Fach Kunst genau richtig.