Das Fach Latein in der Oberstufe

Latein wird am Clara-Schumann-Gymnasium in der Oberstufe als Grundkurs in zwei Kursformaten angeboten:

 

a) als fortgeführte Fremdsprache

in der EF wird Latein als fortgeführte Fremdsprache erteilt. Hierbei werden in diesem letzten Lernjahr hauptsächlich Texte in Originalsprache von verschiedenen römischen Autoren gelesen;  so erhalten die Schüler einen Einblick in die antike römische Welt. Inhaltlich greifen wir verschiedene Themenbereiche auf wie z.B. Politik, Philosophie, Mythologie und erörtern mit den Schülern Bezüge zu unserem heutigen Weltverständnis.

Diese doch so ferne Welt ist dazu geeignet die eigene Lebenswirklichkeit zu spiegeln, zu hinterfragen und anhand von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Zeiten eigene Standpunkte zu wichtigen Fragen der Menschheit zu entwickeln und auszudifferenzieren.

Bei einem erfolgreichen, also mindestens ausreichendem, Abschließen der EF im Fach Latein wird das Latinum erteilt.

b) als neueinsetzende Fremdsprache

Auch Schüler, die erst in der SII an unsere Schule kommen oder in der SI Latein nicht gewählt haben, erhalten die Möglichkeit, über die lateinische Sprache die altrömische Welt kennenzulernen und das Latinum zu erwerben.

Wir setzen in der EF mit dem Lateinunterricht als neueinsetzender Fremdsprache ein, wobei in den ersten zwei Jahren (EF und Q1) die Arbeit mit dem Lehrbuch und das Erlernen der Sprache im Vordergrund steht. Auch in dieser Phase werden verschiedene Lebensbereiche der römischen Kultur in den verschiedenen Texten behandelt.

Im letzten Jahr dieses Lateinkurses, der Q2, steht das Lesen von lateinischen Originaltexten im Vordergrund. Wie bei Latein als fortgeführter Fremdsprache werden auch hier verschiedene Themen wie z.B. Politik, Philosophie und Mythologie aufgegriffen und in Bezug zur heutigen gesellschaftlichen Realität und unserem Weltverständnis gesetzt.

Das Interessante an dieser Lernphase ist, dass die Schüler die Originaltexte in lateinischer Sprache lesen und nicht auf eine deutsche Übersetzung angewiesen sind, um sich die Inhalte zu vergegenwärtigen. Da jede Übersetzung auch immer schon ein Stück weit Interpretation eines fremdsprachlichen Textes bedeutet, kommen die Schüler und Schülerinnen hier in einen sehr direkten Kontakt mit der römischen Welt und sind so in der Lage, ihre ganz eigene Perspektive auf die geäußerten Gedanken und Ideen zu entwickeln.

Am Ende der Q2, im Rahmen der Abiturprüfungen, besteht die Möglichkeit sich zur Erweiterungsprüfung in Latein zum Erwerb des Latinums anzumelden; diese Prüfung wird an unserer Schule durchgeführt; sie besteht aus einem schriftlichen, zentral gestellten, Prüfungsteil und einer mündlichen Prüfung, die von der unterrichtenden Lehrkraft erstellt und durchgeführt wird.

Latein kann in der Qualifikationsphase auch als 3. oder 4. Abiturfach angewählt werden.

 

Warum Latein lernen?

Es gibt sicherlich sehr vielfältige und individuell unterschiedliche Gründe Latein zu lernen; deshalb hier nur einige Gedankenanregungen

 

° grammatische Strukturen werden klarer und nützen beim Lernen anderer Sprachen

° kognitive Fähigkeiten und Konzentrationsfähigkeit werden gestärkt

° Toleranz und Reflektion eigener und anderer Wertsysteme werden gefördert

° Erleichterung beim Erlernen des Wortschatzes anderer romanischer Sprachen

° Lateinkenntnisse bzw. Latinum als Voraussetzung für einige Studienfächer

 

Und

 

Es macht Spaß

 

….. an einem Satz zu „puzzeln“ und schließlich durch strukturiertes, methodisches Vorgehen zur Lösung zu gelangen.

 

…. die „mentale Zeitreise“ in eine andere Zeit und andere Kultur anzutreten und viele Versatzstücke in unserer modernen Literatur, insbesondere dem Fantasy-Genre wieder zu erkennen und beispielsweise zu verstehen, was die Zaubersprüche in „Harry Potter“ wirklich bedeuten oder zu verstehen, wie „sprechend“ Namen wie z.B. Morpheus (Schlaf) in Filmen wie „Matrix“ sind und welche tiefere Bedeutungsebene sich in diesen literarischen Motiven verbirgt.

 

…. die Unterschiede zu unseren gesellschaftlichen Vorstellungen zu erkennen, aber auch zu sehen, dass Toleranz und Mitgefühl für andere Menschen schon in dieser so lang zurückliegenden Zeit zentrale Aspekte des Denkens waren.

 

… zu durchschauen, wie leicht geschickte Redner und Schreiber ihre Zuhörer durch Sprache manipulieren können und sich durch das Erkennen dieser Mechanismen der Manipulation weitgehend zu entziehen.