Osteuropawettbewerb: Ein Sieger- und ein Sonderpreis im ZK Geschichte

Die Schülerinnen und Schüler des Zusatzkurses Geschichte der Q2 können auch in diesem Jahr wieder erfreuliche Erfolge im NRW-Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ vorweisen. Das Projekt „Straßen der Begegnung“ war wie zugeschnitten auf die Umgebung unserer Schule: Mit der Danziger, Gleiwitzer, Breslauer, Tilsiter und Stettiner Straße ist das Clara-Schumann-Gymnasium umgeben von Straßennamen, die an Städte im historischen Ostdeutschland jenseits von Oder und Neiße erinnern – Orte, aus denen Millionen von Deutschen gegen Ende nach dem Zweiten Weltkrieg flüchteten oder in den Westen Deutschlands vertrieben wurden, so auch nach Dülken. Die Brandenburger Straße kann in diesem Zusammenhang ebenso genannt werden, denn der Osten der preußischen Provinz Brandenburg ist heute ebenfalls polnisches Staatsgebiet.

Für die Oberstufe hielt der Wettbewerb in diesem Themenfeld eine besondere Aufgabe bereit: Die Schülerinnen und Schüler sollten die Straßennahmen auf alten deutschen Stadtplänen eines Ortes in den Vertreibungsgebieten aus den 1920er- oder 1930er Jahren unter die Lupe nehmen und mit den aktuellen Stadtplänen vergleichen: Welche Straßen haben einen neuen Namen bekommen? Welche Namen wurden nur übersetzt? Ziel war die Konzeption einer Stadtführung, in der die unterschiedlichen Namen und ihre Veränderungen im historischen Kontext anschaulich erklärt werden sollten.

Die Wahl von Lara Röbig, Viktoria Gründer, Emma Deuster, Lenosch Perapakaran und Simon Daniels fiel dabei auf die ostpreußische Kreisstadt Johannisburg, heute unter dem Namen Pisz (früher poln. Jańsbork) in der Woiwodschaft Ermland-Masuren gelegen. Ihr kreatives Erklärvideo enthält neben den vorgeschriebenen Inhalten auch zusätzliche authentische Elemente wie die Anreise aus dem Westen über die ehemalige Reichsstraße 1 (heute Bundesstraße 1/Droga krajowa 22) mit Informationen der deutschsprachigen Allensteiner Welle, Sendung für die deutsche Minderheit im südlichen Ostpreußen, auf Radio Olsztyn über das Autoradio im Hintergrund.

 

Justin Wiebe erzielte einen Sonderpreis, indem er mit seinen exzellenten Informatikkenntnissen das Computerspiel „Foxy in Rumänien“ erstellte. Zahlreiche kulturhistorische Spuren deutscher Besiedlung finden sich in den Regionen Siebenbürgen (Transsilvanien) und Banat. Pastellfarbene Häuser mit Stuckverzierungen und Jahreszahl im Giebel sind typisch für die Siebenbürger Sachsen. Berühmt sind auch ihre einzigartigen Kirchenburgen. Einiges von diesen Besonderheiten kann man in Temeswar (Timișoara), der Kulturhauptstadt Europas 2021, finden. Stellvertretend für bekannte Siebenbürger Sachsen der Gegenwart können der rumänische Präsident Klaus Johannis, die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Sänger Peter Maffay und die konservative Publizistin Birgit Kelle genannt werden.  

Der mit Mitteln der Kulturförderung nach § 96 Bundesvertriebenengesetz finanzierte Schülerwettbewerb soll das Schicksal der Deutschen in ihren historischen Siedlungsgebieten jenseits von Oder und Neiße sowie die geschichtlichen und kulturellen Beziehungen zu ihren Nachbarn in Osteuropa im Bewusstsein erhalten.